Digitalisierung als Bedrohung?

Stellt die Digitalisierung eine Bedrohung dar?

Wenn ich mir die vielen Seiten im Internet zum Thema Digitalisierung ansehe, komme ich oftmals in Staunen. Es gibt demnach nur zwei Richtungen. Auf vielen Seiten wird der digitale Wandel einfach nur ins Lächerliche gezogen, um zu zeigen, wie unwichtig und überflüssig alles zu sein scheint. Auf anderen Seiten wird Panik verbreitet, bei denen der eventuell auftretende Abbau von Arbeitsplätzen noch das harmloseste Szenario ist. Kann die Digitalisierung als Bedrohung wahrgenommen werden?Manchmal ist die Rede davon, dass durch die Digitalisierung bis zu 75 Prozent der Arbeitsplätze einfach so wegfallen. Als Anfang des 20. Jahrhunderts die Fließbandproduktion eingeführt wurde, fielen auch zahlreiche Arbeitsplätze weg. Als dann auch noch in den 60er und 70er Jahren allerorts Supermärkte und Discounter Einzug hielten, gab es schon nach kurzer Zeit keine Tante-Emma-Läden mehr. Trotzdem geht es doch heute allen Menschen besser als in den früheren Zeiten. Da sich alles immer weiterentwickelt, treten Veränderungen auf. Diese Herausforderung sollte jeder annehmen und versuchen, das Beste daraus zu machen.

 

 

 

Panikmache in Bezug auf den digitalen Wandel

Noch schlimmer als die Veränderungen in der Berufswelt werden von einigen Panikmachern aber noch ganz andere Aspekte bewertet. Manchmal entsteht der Eindruck, als müssten wir Menschen uns vor der „bösen Technik“ schützen. Irgendwann beherrschen wir sie nicht mehr und die Technik vernichtet uns alle. Wer solche Ansichten verbreitet, hat wahrscheinlich zu viele Science-Fiction-Filme gesehen. Damit alle ängstlichen Menschen wieder ruhiger schlafen können, sollte vielleicht kurz erwähnt werden, dass die Technik, die von Menschen entwickelt und produziert wird, auch immer von Menschen beherrschbar sein wird. Auch die propagierte künstliche Intelligenz, die gerne als KI bezeichnet wird, wird sich nicht verselbstständigen und einen Krieg gegen die Menschheit führen.

 

Die totale digitale Überwachung

Auf vielen Webseiten ist auch zu lesen, dass die Digitalisierung ausschließlich der Überwachung dienen soll. Auch in diesem Bereich kann etwas beruhigt werden. Die Überwachung findet schon längst statt. Wer einen Windows-PC nutzt, wird schon teilweise von Microsoft ausspioniert. Bei der Recherche im Internet, sammelt Google viele Daten. Noch viel mehr Daten greifen Facebook und das dazugehörende Portal Whatsapp ab. Doch nicht nur bei der Nutzung des Internets werden eifrig persönliche Daten gesammelt. Wer beispielsweise an der Kasse im Supermarkt mit der EC-Karte bezahlt, gibt auch viele Daten von sich preis. Nur mal ein kleines Beispiel. Es gibt zwar offiziell noch ein Bankgeheimnis in Deutschland, aber trotzdem kann anhand der EC-Kartenzahlung herausgefunden werden, welche Dinge ein Kunde gekauft hat. Bei der Kartenzahlung gibt es ja auch immer ein Beleg, auf dem die einzelnen Artikel übersichtlich aufgelistet sind. Wer weiß schon ganz genau, was die Discounter oder Supermärkte mit diesen Daten machen?

 

In vielen anderen Ländern der Welt ist die Digitalisierung schon deutlich weiter vorangeschritten. Ein gutes Beispiel, wenn nicht sogar das beste überhaupt, ist China. Dort hat die Digitalisierung bereits in allen Lebensbereichen Einzug gehalten. Es gibt in den größeren Städten tatsächlich schon eine nahezu vollständige Überwachung. Jeder öffentliche Platz, jede Kreuzung und auch die Parks werden dort von unzähligen Kameras überwacht. Gleichzeitig gibt es dort eine sehr gut funktionierende Gesichtserkennung. Geht beispielsweise ein Fußgänger bei Rot über die Ampel, braucht gar kein Polizist vor Ort zu sein, um dieses Vergehen zu ahnden. Durch die nahezu lückenlose Überwachung wird ganz genau erfasst, was welche Person an welchem Ort macht. Das Ganze erfolgt in Echtzeit.

 

In unseren Gegenden wäre eine solch strikte Überwachung völlig undenkbar. Jeder wünscht sich, dass er zumindest ein wenig Privatsphäre genießen kann. Das ist eigentlich ja auch richtig und ganz gut so. Andererseits ist die chinesische Bevölkerung recht begeistert von der digitalen Überwachung. Es gibt kaum noch Taschendiebe oder schwere Verbrechen. Das wäre dann schon ein positiver Aspekt. Aber trotzdem behagt es einem natürlich nicht, wenn die Überwachung auf Schritt und Tritt erfolgt.

 

 

 

Der digitale Wandel sollte nicht nur negativ gesehen werden

Es ist zwar ganz normal, dass jede Neuerung zunächst skeptisch gesehen wird. Trotzdem finde ich es nicht in Ordnung, wenn nur immer alles schlecht geredet wird. Vielleicht sollten auch die positiven Seiten näher betrachtet werden. Viele Vorgänge sind in digitaler Form viel leichter erledigt. Alles wird schneller und einfacher gehen. Schon jetzt gibt es doch viele Vorteile. Beispielsweise braucht man nicht mehr zu bestimmten Zeiten eine Bankfiliale aufsuchen, um eine Überweisung zu tätigen. Zum Buchen des Urlaubs braucht keiner mehr durch die Stadt irren, um ein Reisebüro zu suchen. Es gibt natürlich noch unzählige weitere Beispiele, die hier nicht alle aufgelistet werden sollten. Vielleicht wäre es daher sinnvoll, den digitalen Wandel etwas positiver zu sehen und nicht nur immer nach irgendwelchen düsteren Szenarien Ausschau zu halten.

Die Digitalisierung der Daten sollte nicht nur als Bedrohung angesehen werden

Ein großes Problem besteht jedoch darin, dass es vielen Menschen, insbesondere der etwas ältern Bevölkerung noch gut in Erinnerung ist, welche Probleme schon vor langer Zeit auftraten. Als die ersten Unternehmen in den achtziger Jahren damit begannen, Daten zu digitalisieren, traten mitunter große Probleme auf. Waren die Kundendaten einmal falsch im System erfasst, gelang es nicht, derartige Fehler wieder zu beheben. Das bedeutete für den einen oder anderen Kunden mitunter, dass es immer wieder zu Konflikten kam. Versuche, fehlerhafte Daten zu korrigieren, wurden gar nicht erst durchgeführt, oder führten mitunter zu noch größerer Verwirrung.

 

Solche Fehler bei der Digitalisierung traten jedoch nicht nur bei kleineren Firmen auf, sondern auch bei Unternehmen, die im Bereich der Digitalisierung eine führende Rolle spielten. Ein gutes Beispiel dafür ist die Deutsche Telekom. Als dieses Unternehmen seinerzeit meine Adressdaten falsch erfasst hatten, gelang es nicht, diese zu korrigieren. Da nützten auch keine langwierigen Telefonate oder umständlicher Schriftverkehr nichts. Es dauerte etwa 20 Jahre lang, bis dieses Problem behoben wurde. Ich könnte jedoch wetten, dass meine falschen Adressdaten immer noch irgendwo bei der Telekom wieder zu finden sind.

 

Im Grunde genommen besteht die Skepsis bei vielen Menschen darin, dass sie durch die Digitalisierung keinen Einfluss und Zugriff mehr auf Daten und Informationen bekommen. Keiner weiß ganz genau, was mit persönlichen Daten in den vielen dunklen Kanälen geschieht. Dieses Gefühl bereitet vielen Menschen große Sorgen. Deshalb ist es wichtig, dass es bei der Digitalisierung eine hohe Transparenz gibt. Jeder sollte eigentlich zu jeder Zeit wissen, wo seine Daten hinterlegt sind und vor allem, um welche Daten es sich handelt. Dieses Vorhaben wird jedoch schwer umzusetzen zu sein, weil es auch einen enormen Aufwand erfordert. Aber auch trotz aller dieser Ungewissheiten und Missstände, die sich niemals vermeiden lassen, führt kein Weg an der Digitalisierung vorbei. Es geht in erster Linie darum, die neuen Herausforderungen anzunehmen und sie bestmöglich zu nutzen.

 

 

 

 

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