Digitalisierung in den Schulen

Die Digitalisierung der Schulen

Nach langem und zähen Ringen ist der umstrittene Digitalpakt Schule von der Bundesregierung beschlossen und vom Bundesrat abgesegnet worden. Die Digitalisierung in den Schulen ist von enormer WichtigkeitDoch was ist eigentlich aus den Beschlüssen geworden? Da stellt sich die Frage, wie es eigentlich weitergehen soll und vor allem, wie sich die Digitalisierung der Schulen in der Praxis umsetzen lässt. Einige Politiker haben es jetzt schon gemerkt, dass es nicht nur damit getan ist, den Schülern Laptops oder Tablets zur Verfügung zu stellen. Zur Digitalisierung der Schulen oder vielmehr des Unterrichts gehört noch sehr viel mehr.

 

Schulen müssen mit schnellem Internet verbunden werden

Als Erstes muss natürlich eine geeignete Infrastruktur geschaffen werden. Fakt ist, dass es in Deutschland noch zahlreiche Schulen gibt, an denen gar kein Internetanschluss vorhanden ist. Falls es doch schon einen Internetzugang gibt, läuft dieser sehr langsam. Der Breitbandausbau ist im gesamten Bundesgebiet noch recht dürftig. Dieses Problem muss als Erstes gelöst werden, damit die Digitalisierung des Schulunterrichts überhaupt umgesetzt werden kann.

 

In den Schulen selbst muss ein leistungsfähiges WLAN eingerichtet werden. Dieses muss nicht nur leistungsfähig, sondern auch sicher sein. Das ist bereits die nächste Hürde, die gemeistert werden muss. Wer soll das WLAN einrichten, überwachen und aktuell halten? Es kann natürlich nicht verlangt werden, dass ein technisch affiner Lehrer diese Arbeit während seiner Freizeit erledigt. Auf jeden Fall sollte die Netzwerkkontrolle von einem Profi erfolgen. Sonst würde es wahrscheinlich nicht all zu lange dauern, bis sich die Schüler ins WLAN einhacken, um an die nächsten Prüfungsarbeiten und deren Lösungen zu gelangen.

 

Lehrer müssen sich umstellen

Neben den rein technischen Problemen gibt es noch die Schwierigkeit, dass die Lehrer während ihrer Ausbildung überhaupt nicht darauf vorbereitet werden, den Unterricht in digitaler Form zu gestalten. Es ist nicht so einfach möglich, die konventionellen Lehrmethoden einfach auf die digitale Weise zu übertragen. Für den digitalen Unterricht sind völlig neue Ansätze erforderlich. Es wird daher kein Weg daran vorbeiführen, dass sich Lehrer weiterbilden müssen. Dabei tritt jedoch ein kleines oder auch größeres Problem auf. Wann sollen sich Lehrer weiterbilden? Es gibt ohnehin schon einen gravierenden Lehrermangel. Dadurch fallen schon unzählige Unterrichtsstunden aus. Nehmen jetzt auch noch zahlreiche Lehrer an Fortbildungen teil, verstärkt sich das Problem. Deshalb ist es erforderlich, dass auch dieses Problem gelöst wird.

 

Viele Eltern und Lehrer haben Vorbehalte gegen die Digitalisierung des Unterrichts

Eltern sorgen sich deshalb, weil ihre Kinder ohnehin in der Freizeit schon viele Stunden am PC oder mit ihren Smartphones verbringen. Es ist mittlerweile erwiesen, dass eine langzeitige Bildschirmarbeit zu gesundheitlichen Problemen führt. Insbesondere für Kinder ist es schädlich, weil sich die Augen noch nicht vollständig entwickelt haben. Die vollständige Entwicklung der Augen dauert bis zum 25. Lebensjahr. Wird während dieser Zeit häufig und lange am Bildschirm gearbeitet, dann besteht die Gefahr einer Kurzsichtigkeit. Deshalb empfehlen Experten, dass Kinder nur eine begrenzte Zeit am Monitor verbringen sollten.

 

Bei den Lehrern treten jedoch völlig andere Vorbehalte gegen die Digitalisierung in den Schulen auf. Sie wissen natürlich ganz genau, dass die meisten Schüler sich in diesem Bereich schon sehr gut auskennen. Für jeden Lehrer ist es ein Albtraum, wenn Schüler ein besseres Wissen haben als sie selbst. Das könnte am Ego kratzen und das Selbstbewusstsein erheblich einschränken. Deshalb ist es enorm wichtig, dass Lehrer in diesen Bereichen bestens ausgebildet werden, damit sie auch gut auf die Digitalisierung im Unterricht vorbereitet sind.

 

Welche Vorteile bringt die Digitalisierung in den Schulen?

Wenn das alles mit solch vielen Schwierigkeiten verbunden ist, dann stellen sich viele Menschen berechtigterweise die Frage, warum die Digitalisierung in der Schule eigentlich von dieser großen Bedeutung ist. Es gibt jedoch mehrere Vorteile, die für die Digitalisierung des Unterrichts sprechen. Einer davon ist, dass durch die Vermittlung von Inhalten in digitaler Form deutlich mehr Unterrichtsstoff vermittelt werden kann. Beispielsweise können komplexe Vorgänge anhand von Animationen viel besser verdeutlicht werden. Das gilt insbesondere für alle naturwissenschaftlichen Fächer. Im Bereich der Mathematik ist es auch möglich, komplizierte Zusammenhänge am interaktiven Smartboard zu erklären. Wird beispielsweise ein Parameter verändert, sehen die Schüler sofort, welche Veränderungen dies auf das Ergebnis hat. Durch die digitale Unterrichtsform mit all ihren Möglichkeiten werden mit Sicherheit auch schwächere Schüler gute Lernerfolge erzielen.

 

Ein weiterer Aspekt besteht darin, dass die gesamte Arbeitswelt zurzeit auch digitalisiert wird. Auch in Handwerksberufen hält die Digitalisierung Einzug. Beispielsweise werden zahlreiche Maschinen, Werkzeuge oder andere Geräte mittlerweile digital gesteuert. Auch Baudokumentationen werden in digitaler Form erfasst und ausgewertet. Das bedeutet letztendlich, dass sich jeder Berufsanfänger zumindest mit den Grundkenntnissen der digitalen Datenverarbeitung auskennen sollte. Bei den digitalen Grundkenntnissen geht es jedoch nicht darum, bei irgendeinem Ballerspiel einen hohen Level erreichen zu können. Es geht darum, wichtige Daten erfassen, speichern und verarbeiten zu können.

 

Beispiele für Erfolge des digitalen Unterrichts

Vielleicht hat der eine oder andere schon einmal etwas vom flipped Classroom gehört. Falls nicht, wird dieses Prinzip nochmals kurz erklärt. Der Mathematikprofessor Christian Spannagel von der PH Heidelberg hatte eine geniale Idee. Er zeichnete seine Vorlesung einfach auf Video auf. Damit wollte er es seinen Studenten ermöglichen, später nochmals die Vorlesung, oder zumindest einzelne Bereiche davon, anzuschauen. Einer der Studenten, stellte die Vorlesungen dann aber einfach bei Youtube ein. Damit standen die Vorlesungen plötzlich jedem zur Verfügung. Nachdem Professor Spannagel zunächst sehr böse über dieses Verhalten war, erkannte er jedoch ganz schnell die Chance. Inzwischen ist es so, dass er die Videos aktiv für seinen Unterricht nutzt.

 

Dazu gibt er einfach das Thema bekannt, das bei der nächsten Vorlesung behandelt wird. Dann können sich die Studenten das Video zu diesem Thema schon im Voraus ansehen und mit anderen Studenten näher besprechen. Bei der eigentlichen Vorlesung bietet er dann eine Diskussion zu der Thematik an. Das heißt, Studenten können ihn gezielte Fragen dazu stellen und bekommen daraufhin die Antwort. Die Digitalisierung im Unterricht bietet viele neue MöglichkeitenAuf diese Weise steht dem Professor viel mehr Zeit zur Verfügung, um entsprechende Erklärungen abzugeben. Diese Vorgehensweise ist wesentlich effizienter als jedes Mal die komplette Vorlesung erneut zu halten und dann kaum noch Zeit zur Beantwortung dringender Fragen zu haben. Dieses Beispiel stammt nun von der Pädagogischen Hochschule und nicht von einer normalen Schule. Es zeigt jedoch sehr gut, wie die Digitalisierung in den Schulen auch Vorteile bringen kann.

 

 

 

Wie sieht es in anderen Ländern aus?

Viele andere Länder sind Deutschland schon weit voraus. Besonders weit ist die Digitalisierung der Schulen schon in den skandinavischen Ländern vorangeschritten. Dort gibt es bereits Schulen, in denen es gar keine Bücher und Hefte mehr gibt. Die Schüler benötigen lediglich noch einen USB-Stick, auf dem alles gespeichert ist, was sie zum täglichen Lernen brauchen. In vielen anderen europäischen Ländern ist die Digitalisierung der Schule schon sehr weit vorangeschritten. Deutschland gehört in diesem Bereich noch zu den Entwicklungsländern. Deshalb sollte die Digitalisierung in den Schulen mit Nachdruck vorangetrieben werden. Sonst fehlt es schon bald an wichtigen Fachkräften. Das wiederum schadet der gesamten Wirtschaft im erheblichen Maße.

 

 

 

 

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