Digitalisierung in der Landwirtschaft

Digitalisierung in der Landwirtschaft

Auch in der Landwirtschaft hält die Digitalisierung Einzug. In diesem Bereich ist Deutschland in der Entwicklung jedoch noch sehr rückständig. Zahlreiche andere Länder sind schon deutlich weiter in der Digitalisierung der Landwirtschaft fortgeschritten. Beispielsweise gibt es in den USA Landwirte, die ihre Felder gar nicht mehr selbst aufsuchen müssen. Die Digitalisierung in der Landwirtschaft erhöht die Präzision und die EffizienzDie Sämaschinen und Erntemaschinen sind schon weitestgehend vollständig GPS gesteuert. Pflanzenschutzmaßnahmen, Düngung und eventuell erforderliche Bewässerung erfolgt direkt und völlig automatisiert durch die kontinuierliche Auswertung aktualisierter Satellitendaten. Der Landwirt braucht sich, um fast gar nichts mehr zu kümmern. Ob das aber überhaupt noch etwas mit Landwirtschaft im eigentlichen Sinne zu tun hat, sei mal dahingestellt. Die meisten Landwirte wollen gar nicht jeden Arbeitsschritt automatisieren.

 

 

Wie sieht die digitalisierte Landwirtschaft in Deutschland aus?

Jeder deutsche Landwirt ist gesetzlich dazu verpflichtet, jeden Arbeitsschritt exakt zu dokumentieren. Dazu gehören nicht nur die Aufwandmengen an Dünge- und Pflanzenschutzmittel. Auch die Milchleistungen der Kühe sowie Weidegänge müssen erfasst und gespeichert werden. Bei der Getreideernte ist die Erfassung der Erntemengen und noch vieles mehr erforderlich. Theoretisch ist der Landwirt einen Großteil seiner Zeit damit beschäftigt, Notizen zu machen und nach getaner Arbeit entsprechende Protokolle auszufüllen. Dabei kommen an jedem Tag mehrere Stunden an Arbeit zusammen. Das gilt in der Landwirtschaft auch an den Wochenenden sowie an allen Feiertagen. In dem Fall bietet die Digitalisierung der Landwirtschaft derzeit schon eine enorme Erleichterung.

 

Die Digitalisierung der Dokumentation

Auf dem heimischen PC kann sich der Landwirt schon entsprechende Software installieren. Dazu gehören Ackerschlagkarteien, Grünlandmanagement, Tierhaltung und noch so einige andere Anwendungen. Mittlerweile stehen auch schon interessante Cloudlösungen zur Verfügung. Diese bieten im Bereich der Digitalisierung in der Landwirtschaft schon einige wesentliche Vorteile. Dazu gehört unter anderem auch, dass der Landwirt während seiner Arbeit Daten mit seinem Smartphone erfassen und in der Cloud speichern kann. Dadurch erspart er sich eine Menge Arbeit, weil er nicht ständig alles auf einen Notizzettel aufschreiben muss. Es gibt aber noch weitere Vorteile.

 

Moderne Erntemaschinen mit digitalen Funktionen

Zur Digitalisierung der Landwirtschaft gehört nicht nur die Vereinfachung im Bereich der Dokumentation und Protokollierung. Auch zahlreiche Erntemaschinen sind mittlerweile mit modernster Digitaltechnik versehen. Dank der GPS-Steuerung wird exakt erfasst, an welcher Position sich beispielsweise der Mähdrescher befindet. Die Digitalisierung in der Landwirtschaft bringt zahlreiche ErleichterungenDie im Mähdrescher integrierte Technik ermittelt permanent den Ernteertrag. Die Daten werden in der Ackerschlagkartei integriert, sodass der Landwirt hinterher ermitteln kann, in welchen Bereichen des Felds die höchsten Mengen geerntet wurden. Die daraus gewonnenen Daten können dann wieder bei der Saat sowie bei der Düngung berücksichtigt werden. Dadurch lassen sich sowohl die Saatmenge als auch die Aufwandmenge des Düngers mit hoher Präzision ermitteln. Das führt letztendlich zu einer erhöhten Produktivität und einer Verringerung der Umweltbelastung. Daher trägt die Digitalisierung in der Landwirtschaft auch zur Optimierung der Betriebswirtschaft bei.

 

Woran hapert es noch bei der Digitalisierung in der Landwirtschaft?

Landwirtschaftliche Betriebe befinden sich zumeist weit von den Ballungszentren entfernt. Je abgelegener ein Betrieb liegt, desto schlechter ist die Verfügbarkeit des Internets. Es wird zwar fast täglich davon berichtet, dass der 5G-Standard flächendeckend realisiert werden soll, aber bei den Ankündigungen wird es wohl noch ein paar Jahre bleiben. Es gibt ja noch nicht einmal eine ausreichende Versorgung mit 4G. In der heutigen Zeit ist es immer noch ein Zufall, ob auf einem Feld überhaupt ein mobiles Internet verfügbar ist. Derzeit gibt es sehr große Lücken im Netz.

 

Lücken gibt es aber nicht nur im mobilen Netz, sondern auch in der Breitbandversorgung. In ländlichen Regionen surfen die meisten Landwirte über Telefonleitungen, die noch aus den 30er Jahren des vergangenen Jahrhunderts stammen. Für viele Landwirte ist es schon ein Erfolgserlebnis, wenn sie mit einer Geschwindigkeit von 384 kB/s surfen können. Größere Fortschritte in der Digitalisierung der Landwirtschaft können eigentlich erst dann umgesetzt werden, wenn die Internetversorgung leistungsfähiger wird. Es bleibt daher abzuwarten, was die Zukunft bringt.

 

Digitalisierung in der Viehhaltung

Die Digitalisierung in der Landwirtschaft hält nicht nur in den Erntemaschinen und dem Ackerbau Einzug. Auch in der Tierhaltung setzen einige Landwirte schon digitale Überwachungsmethoden ein. Damit sind jedoch nicht nur die Videokameras in den Ställen gemeint. Diese gibt es ja schon lange, sodass es nichts Besonderes mehr ist. Die Technik ist mittlerweile schon weit vorangeschritten und ermöglicht Kontrollen, von denen vor zehn Jahren noch niemand zu träumen wagte. Beispielsweise gibt es kleine Transponder, die von Rindern verschluckt werden und sich im Pansen festsetzen. Diese liefern dem Bauern wertvolle Informationen zum Wohlbefinden seiner Kühe. Das ist insofern vorteilhaft, weil schon minimale Abweichungen rechtzeitig erkannt werden. Finden beispielsweise im Verdauungstrakt der Kuh ungewöhnliche Vorgänge statt, kann der Landwirt sofort geeignete Maßnahmen ergreifen. Diese reichen von einer Anpassung der Futterration bis hin zum Ruf des Tierarztes.

 

Es gibt mittlerweile auch Sensoren, die an den Schwanz der Kuh geschnallt werden. Diese messen die Häufigkeit des Schwanzwedelns. Das klingt zwar etwas merkwürdig, aber es ist eine nützliche Hilfe. Der Hintergrund ist der, dass kurz bevor die Kuh kalbt, die Schwanzaktivität deutlich zunimmt. Daher kann der Bauer ziemlich genau auf seinem Smartphone erkennen, wann er der Kuh eine Hilfestellung beim Kalben geben muss. Ein moderner Melkstand lässt sich auch mit Sensoren in den Milchbehältern ausstatten. Diese erfassen nicht nur die aktuelle Milchmenge, sondern analysieren unter anderem auch den Fettgehalt der Milch. Diese Informationen sind äußerst wichtig, um die Milchviehfütterung zu optimieren.

 Digitalisierung in der landwirtschaftlichen Nutztierhaltung

Da der Kostendruck in der Landwirtschaft kontinuierlich ansteigt, ist jeder Landwirt bemüht, möglichst viel in möglichst geringer Zeit zu schaffen. Daher ist die Digitalisierung in der Landwirtschaft eine enorme Hilfe. Ohne diese moderne Technik ist es den Bauern heutzutage gar nicht mehr möglich, große Flächen effektiv zu bearbeiten. Das Gleiche gilt natürlich auch für eine große Milchviehherde. Je mehr Tiere gefüttert und gemolken werden müssen, desto hilfreicher ist die Digitalisierung. Nur so ist es überhaupt möglich, Nahrungsmittel zu erschwinglichen Preisen für die Verbraucher zu produzieren.

 

 

 

 

 

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